Die Bilanz: „Wir stehen nicht weit voneinander“

stabDie Initiatoren der mehrmonatigen ökumenischen „Staffel der Gastfreundschaft“ in Bremen haben eine positive Bilanz ihrer Aktion gezogen. Nachgedacht wird über eine Neuauflage im kommenden Jahr. Seit Januar liefen Begegnungen, an denen sich Gruppen mit rund 1.300 Teilnehmern aus 42 christlichen Gemeinden als Gäste und Gastgeber beteiligten.

„Ein derart reges Besuchsprogramm christlicher Gemeinden über konfessionelle Grenzen hinweg hat es zuvor noch nirgends in Deutschland gegeben“, sagte am Freitag Mitorganisator Ottmar Hinz vom Evangelischen Bildungswerk im Rahmen eines Pressegesprächs im Atrium Kirche.

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Gastfreundlich aktiv für die Bremer Ökumene (von lks. nach re.:)
Johannes Gebbe, Ottmar Hinz, Cara Neunhöffer, Stephen Achiriki,
Monika Freericks, Kirsten Mittmann, Hans-Heiner Noack und Friedrich Caron

Wer wen besucht, wurde im Losverfahren entschieden und dann kurzfristig umgesetzt. „Das brachte Spontanität und Überraschung in unsere durchorganisierte Kirche und Gesellschaft“, bilanzierte Hinz. „Willkommenskultur braucht spontane, herzliche Formen der Gastfreundschaft, wie sie an vielen Stellen in der Bibel beschrieben wird. Überraschungsmomente sind die Bewährungsprobe für Gastfreundschaft.“ Die im Stadtteil Huchting tätige katholische Gemeindereferentin Monika Freericks berichtete, ohne die Staffel wäre sie der christlichen afrikanischen Gemeinde in der Bremer Neustadt nie begegnet.

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So sei eine „Welle der Gastfreundschaft“ durch Bremen gegangen, betonte Hinz. Der katholische Pastoralreferent Johannes Gebbe ergänzte, stets seien es bereichernde Begegnungen gewesen. Stephen Achiriki, Pastor einer freikirchlichen Pfingst-Gemeinde, sagte, die Begegnungen hätten Spaß bereitet und Gemeinsamkeiten offenbart: „Wir haben erkannt, dass wir nicht weit voneinander stehen.“

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Unter den Gästen und den Gastgebern waren neben evangelischen, katholischen und freikirchlichen auch afrikanische, arabische und syrisch-orthodoxe Gemeinden. Moscheen oder die jüdische Gemeinde gehörten allerdings nicht dazu. Die Staffel habe auf den christlich-ökumenischen Stadtkirchentag vom 16. bis 18. September vorbereitet und sich deshalb auf christliche Gemeinden beschränkt, hieß es.

Während der Staffel sind vier Pilgerstäbe als Symbole der Verbundenheit von Gemeinde zu Gemeinde weiter gereicht und geschmückt worden. Sie sollen im Abschlussgottesdienst des Stadtkirchentages (18. September) auf dem Bremer Marktplatz der Öffentlichkeit präsentiert werden. Pfingsten 2017 solle dann die nächste Staffel starten, sagte Hinz.

Dieter Sell (epd), Fotos: Kerstin Thompson u. privat (unten rechts)

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