Gesamtkunstwerk, Heimat, Gastfreundschaft

St._Michaelskirche_GrohnRushhour-Feierabendverkehr- eine längere Anfahrt aus Bremen nach Grohn – im Norden Bremens – stand mir und den Gästen aus der Bremer Kreuzgemeinde bevor. Dennoch gelang es mit pünktlich die historische und imposant wirkende Sandsteinkirche St.Michael zu erreichen. Freundlich ließ man mich ein und begrüßte mich gleich beim Namen, denn auch hier verriet mich die Losschatulle.

Die Gäste aus der Kreuzgemeinde befanden sich bereits in der beeindruckenden Kirche, die die Grohner dort vor 110 Jahren aus Spendenmitteln in kürzester Bauzeit errichtet und wahrlich vielfältig und liebevoll ausgeschmückt hatten. Es gibt viele reichlich ausgeschmückte und verzierte Kirchen, oft schon arg überladen und erdrückend in ihrer Pracht. Ganz anders wirkte dieser Kirchenraum von St. Michael auf mich. Trotz der Vielfalt an Ornamenten, Symbolen, Bildern, Schnitzereien, bildhauerischen Elementen und Farben ist es ein harmonisches Gesamtkunstwerk, dass eine ganz besondere Ausstrahlung hat, ein wahres Kleinod. Viele Elemente verschiedener Kunstepochen fanden sich hier vereint – bis hin zum Altarbild, dass schon ein wenig orthodox anmutet, als Mosaik mit goldfarbenem Hintergrund.

Liebevoll und kurzweilig wurde uns ein Einführung in die Geschichte der Grohner Gemeinde und zur Kirche und Ihrer Ausgestaltung von Frau Korte gegeben, die mit Herzblut uns ganz persönlich in Ihre Gemeinde einführte. Eine lebendige und aktive Gemeinde, die den Menschen dort eine Heimat ist. Ihre Heimat wurde uns geöffnet und wir durften ein paar Stunden teilhaben und die Gastlichkeit in der „Konfi-Stube“ genießen.

Dort trafen wir auf Menschen aus Süddeutschland und Ostfriesland, die schon viele Jahre/ Jahrzehnte in Grohn lebten, sich wohlfühlten und hier ihre neue Heimat in dieser Gemeinde gefunden haben. Der Liebe wegen oder aus beruflichen Gründen waren sie in den Norden Bremens gekommen… und geblieben. Mit den Gästen war man sich einig, dass die Gemeinschaft, die man in der Gemeinde erlebt, wichtig ist, dass diese trägt, die Basis ist, um sich wohl zu fühlen und sich gegenseitig zu stützen. Die Gemeinde ist ein Teil der „Heimat“ dort.

Aber auch die stillen Momente, allein in dieser Kirche, in diesem Raum, die besondere Atmosphäre auf sich wirken lassen ist wie, Ankommen, sich erden, Kraft tanken, zuhause.
Markus Lund

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