Gastfreundschaft mit Honig-Geschmack

Blütenhonig aus dem Gemeindegarten_DSC2360 (1)Am 21. April bekamen wir Egestorffer/innen Besuch aus dem „hohen Norden“. „Endlich kommen wir mal in den Süden“,  hatte Pastor Klein am Telefon gescherzt, auch wenn wir uns eher im Osten verorten. Das Wetter jedenfalls war südlich-frühlingshaft, und so holten Frau Hensel und ich Pastor Klein, Vikar Jasper von Legat und in der Blumenthaler Gemeinde ehrenamtlich Engagierte von der Straßenbahn ab.

Mitten in Tenever erstaunte die Egestorff-Stiftung unseren Besuch durch ländliches Ambiente. Unser Leiter Herr Wobbe-Kallus führte zuerst zu unserer besonderen Attraktion, der Schafsweide mit 16 Lämmern. Die Lebensfreude der Tierchen war ansteckend, und so fanden wir uns fröhlich im Festsaal unserer Stiftung ein. Unsere Bewohner/innen hatten sich auf den Nachmittag gefreut. Ungefähr 40 Personen fanden sich ein, um bei Kaffee und Kuchen unsere Glaubensgeschwister aus Blumenthal kennen zu lernen. Die verteilten sich auf die verschiedenen Tische und kamen mit uns Egestorffer/innen in  Gespräch.

Speisesaal_DSC2254 (1)

Herr Wobbe-Kallus gab eine kurze Einführung in die Geschichte der Egestorff-Stiftung, die auf eine interessante Tradition zurückblickt.

Herr Pastor Klein erzählte uns vom lebendigen Gemeindeleben in Blumenthal und von der großen und eindrucksvollen Kirche seiner Gemeinde. Am meisten beeindruckte uns, dass die Gemeinde in der Nähe des Kirchfriedhofes eine Wiese angelegt hat und dort Bienen hält. So kommt es, dass sich auf dem Friedhof immer wieder Bienen an den Blumen gütlich tun. Summen und Blühen auf dem Friedhof- Fast scheint das ein ganz eigenes Zeichen unserer gemeinsamen Osterhoffnung zu sein. So freuten wir uns sehr über das Gastgeschenk von drei Gläsern selbstgeimkertem Gemeindehonig. Wir werden ihn in unserem nächsten Gesprächskreistreffen genießen.

UnserStabübergabee Egestorffer Gemeinde hat die Besonderheit, dass sie als Seniorenheim auch eine Lebensgemeinschaft ist. Drei Bewohnerinnen erzählten, wie sie durch verschiedene Einschränkungen in die Einrichtung kamen. Hier entdecken sie jetzt neue Möglichkeiten für ihr Leben. Der neue Lebensabschnitt und die Nähe der Kirche ermöglichen einen neuen Blick auf den Glauben. Das erste Mal im Leben ist Zeit, im Kirchenchor singen oder zu malen, neue Bekanntschaften zu schließen und die schweren und die schönen Seiten des Alters miteinander zu teilen.

Detail Staffelstab_DSC2261 (1)Natürlich war es ein Höhepunkt des Nachmittags, den Pilgerstab in Empfang zu nehmen. Die Zeichen der verschiedenen Gemeinden zeigen: Er ist ein Symbol für einen gemeinsamen christlichen Weg in Bremen bei all den interessanten und bereichernden Unterschieden.

Zusammen Singen (1)Wir beendeten den gemeinsamen Nachmittag in unserer Egestorffer Kirche mit gemeinsamem Singen und einer Besinnung. Unseren Blumenthaler Gäste legten uns das Gesangbuchlied 281 ans Herz. Die dritte Strophe fasst wichtige Teile reformierter Tradition zusammen: Anbetung, Ehre, Dank und Ruhm sei unserm Gott im Heiligtum, der Tag für Tag uns segnet; dem Gott, der Lasten auf uns legt, doch uns mit unsern Lasten trägt und uns mit Huld begegnet. Sollt ihm, dem Herrn der Herrlichkeit, dem Gott vollkommner Seligkeit, nicht Ruhm und Ehr gebühren? Er kann, er will, er wird in Not vom Tode selbst und durch den Tod uns zu dem Leben führen. Mit dem Reisesegen endete unser gemeinsamer Nachmittag.

Wenn wir jetzt an unsere Mitchrist/innen in Blumenthal denken, werden wir die schöne Kirche vor Augen haben, das Lied 281 im Sinn und wir werden an summende Bienen und den Geschmack von Honig denken. Vielen Dank für diesen bereichernden Nachmittag!

Text: Pastorin Friederike Jordt, Fotos: Kerstin Thompson

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